Sonntag, 13. Januar 2008

I love change

Leute, der Wahlkampf wird jetzt richtig lustig (/peinlich/niveaulos).

Mittlerweile werfen sich die Kandidaten gegenseitig vor, dass ihr change nur Humbug ist und nicht so gut wie der eigene change ist. Die Fernsehmagazine zählen jetzt wie oft das Wort change pro Rede fällt und stellen change-Rankings auf. Und nachdem Obama in Iowa mit seinen change-Reden viele Punkte gesammelt hat, gibt es auch keinen Republikaner mehr, der fünf Sätze ohne change sagt, auch wenn er das Wort Reform noch nie gehört hat.

Zum Schmunzeln zusammengefasst findet man das alles hier, enjoy:



Der Clip stammt übrigens aus meiner Lieblings-Late-Night-Talkshow, dem Colbert-Report.

Dover Crossing/Comcast die X-te

Donnerstag war es wieder soweit. Frühmorgens ohne Vorwarnung war das Kabel tot, Internet und TV lagen brach. Meine erste Vermutung war natürlich, dass mein Vermieter wie auch zuvor wieder abgeklemmt hat.
Ein persönlicher Besuch im Mietbüro brachte wieder nur: Wir wissen von nichts, das machen unsere Techniker, die dürfen wir für Kunden nicht anrufen, das müssen sie machen, hier ist die Telefonnummer, auf Wiedersehen.

Ein Anruf beim zuständigen Kabeltechniker brachte nichts außer: Ja, wir gucken uns das an, momentan dürfte eigentlich nichts sein, wir rufen irgendwann zurück.

Sicher ist sicher, ich rief auch bei Comcast an und hatte nach 20 Minunten meine Fehlerbeschreibung endlich an den Mann gebracht. Ja, ich hatte den Rechner an und ausgeschalten, nein, es blinken gar keine Lampen am Modem, ja es ist wirklich ganz tot, ja sogar der Fernseher ist tot, wirklich....
Ein weiterer Servicemechaniker wurde auf den Weg geschickt, und zwar am Folgetag.

Tatsächlich ging das Modem aber schon am späten Nachmittag wieder, ohne dass sich bei mir jemand gemeldet hatte, der Fernseher war aber tot.
Also hatte doch wieder jemand am Schaltkasten rumgefummelt. Diese Schweine.

Am Folgetag kam dann ein Comcast-Techniker der schon bevor er an meine Tür kam, wusste was Sache war, und hatte das Fernsehsignal für uns wieder aufgeklemmt. Er war auf Dovers Crossing besonders gut zu sprechen, denn er meinte er fährt einmal die Woche hier raus um Kabel wieder zurückzuklemmen.

Das witzige ist, dass die Kabel bis in die Wohnung überhaupt nicht Dovers Crossing gehören, sie aber den Mietern vorschreiben wollen, von wem sie Kabel-TV beziehen. Das setzten sie durch, indem sie regelmäßig aller ein paar Monate im Schaltkasten alle Fremdkunden, ohne Rücksicht auf Kabel-Internet, etc. abklemmen. Das ist ein Katz und Maus-Spiel wie im Bilderbuch, wobei die Mieter die Dummen sind.
Besonders dreist finde ich ja, dass einem im Mietbüro jedesmal ins Gesicht gelogen wird.

Übrigens, zurückgerufen hat natürlich niemand.

Samstag, 12. Januar 2008

Gesund für nur 210 Dollar

Meine kleine Neujahrserkältung hatte sich verselbständigt und ich saß schon die ganze Woche mit böse entzündeten Nasennebenhöhlen zu Hause, Kopfschmerzen, Hämmer, Zahnschmerzen und alles inklusive.
Viel Trinken, Wärme, Nasenspülen, Ruhe, Geduld und sonste Hausrezepte (von Oma via Skype-Konferenz angefordert) zeigten leider keinen Erfolg, sodass ich mich nach einer reichlichen Woche zu einem Arztbesuch entschloss. Das war gestern.

Laut Internet gabs ne Praxis ganz in der Nähe und da Markus das Auto ja mit auf Arbeit hatte, hab ich mich dafür entschieden. (Mir ist er jetzt aufgefallen, dass nur jedes zweite Grundstück einen Fußweg hat. Das ist genauso sinnlos wie hässlich...)

Die ganzen Praxen waren auf dem Patient Care Drive. Eine riesige Allgemeinarztpraxis mit mindestens 10 Doktor-Namen an der Tür und angenehm wenigen Leuten im Wartezimmer. Am Schalter (ja, da Leben findet am Schalter statt. Entweder davor - du wirst angearscht- oder dahinter - du bist der Arsch) erhielt ich zur Auskunft dass man Bar- und Kartenzahler nicht behandle (sie aber natürlich nicht mit meiner Versicherung in Deutschland direkt zu tun haben wollten) und zweitens keine Walk-Ins (Patienten ohne Termin) behandle.
Also bin ich wieder gegangen und hab mich übers deutsche Gesundheitssystem gefreut.

Heute dann nächster Anlauf, mit Auto in Planung. Kollegen sagten mir, dass es hier Redicare-Center gibt, Praxen die nur Patienten ohne Termin nehmen. Also ein Instant-Oil-Change für Kranke. Genauso war es auch.
Am Eingang meldet man sich am Computer an und wird dann später mal aufgerufen, um am Schalter seine Pauschal-Doktor-Besuchsgebühr von 85 Dollar vorneweg zu zahlen. Nach 15 Minunten dann war ich bei einem Doc drin, der mir, wie erwartet Antibiotikum und nen Schleimlöser verschrieb. Mit einem einseitigen Blatt, einer Check-Liste, wird man dann weggeschickt. ("Ölstand aufgefüllt, Luftdruck geprüft, Blinker und Scheinwerfer ok).

Mit meinem Rezept ging ich zur Pharmacy America Trusts - Walgreens. Das Äquivalent dazu in Deutschland heißt Tchibo und behauptet ein Kaffeespezialitätenladen zu sein. Mit dem kleinen Unterschied, dass ich einem Kaffeeladen weniger Vertrauen entgegenbringen muss als einer Apotheke, die Lebensmittel, Haushaltsreiniger, Geränke und Partyzubehör verkauft.
Walgreen hat mindestens die Größe eines Lidls und hat in der hintersten Ecke wieder zwei .... richtig: Schalter. Das Leben hier spielt sich an Schaltern ab. Meistens erfolglos, weil jemand Unfähiges dahinter sitzt. So auch hier eine (wieder mal) offenkundig angeödete Frau, die mein Rezept entgegennahm und meinte, ich könnte es in 30 Minunten abholen. Ja, das dauert so lange, da hier alles abgezählt in eigens ettikettierte Platikdöschen mit Namen etc. eingefüllt wird (da waren neben einem großen Abfüllautomaten tatsächlich noch 3 weitere Personen mit Eintüten beschäftigt).

Nach 45 Minuten kam ich wieder und stellte mich an Schalter Zwei (Abholen) an und wartete 10 Minunten, weil die Kassenfrau gar nicht so schnell verkaufen konnte wie die anderen Eintüten. Das läuft so ein bisschen ab wie beim Fotos in der Drogerie abholen. Man bekommt die Tüte und bezahlt. Nix Beratung, Anweisung etc....

Als ich dann dran war, gabs für mich noch keine Tüte. Nachforschung. Mein Name war falsch im Computer. Ja, Ärzte haben auch hier Sauklaue. Alles musste umgedruckt und umettikettiert werden. Nochmal 10 Minunten. Dann die Rechnung. 130 Dollar. 90 davon für fünf Tabletten Antibiotikum. Meine Fresse, das geht auf den Kontostand.
Glücklicherweise pack ich alle vor Ort aus und gucke es durch, ob es die Quittung für eine Versicherung in Deutschland nachvollziehbar ist. Dabei merke, dass nicht nur mein Name (wieder) falsch ist, sondern auch mein Geburtsdatum völlig daneben ist, das ich zuvor nennen sollte. Ob ich wirklich die richtigen Tabletten habe?

Nach weiteren zehn Minunten Druckwartezeit konnte ich dann gehen. Das wäre bei der Rückerstattung schwierig geworden.

Juhu, dafür bin ich bald gesund für nur 210 Dollar!

Am Rande bemerkt: Es ist ein verdammt ungutes Gefühl, wenn man sich einen Arzt suchen muss, dem deine Bezahloption genehm ist und der es für nötig hält, dich ohne Termin zu behandeln. Und wenn man in eine Praxis hineinläuft wie in die Sofort-Ölwechsel-Werkstatt. Und dort Ärzte arbeiten, die ihre Patienten einmal im Leben sehen und im Regelfall wahrscheinlich arme, unversicherte Amerikaner vor sich haben, die, wenn einmal in vier Jahren unbedingt nötig, zu einem Redicare-Center gehen, weil sie dort ärztliche Fürsorge für besonders wenig Geld bekommen.
Wenn man auf dem Weg ins Wartezimmer an der Kasse Stopp machen muss. Und auf der Quittung steht "Dienstleistung erbracht" und "Patient Nr. 82720348".
Und in der Apotheke Fräulein Rezeptannahme, Fräulein Tabletteneintütel und Fräulein Medikamentverkauf wahrscheinlich vor 3 Wochen noch bei Burger King BigMacs belegt haben, aber defintiv keine mehrjährige Ausbildung zum Apotheker gemacht haben.

Mittwoch, 9. Januar 2008

CHANGE

Momentan sind ja Vorwahlen und das Spektakel, dass sich hier abspielt ist ungehörig.

Vorwahlen bedeutet, dass die Kandidaten einer Partei gegeneinander antreten. Jeder hat das beste Programm und aller paar Tage werden hier Fernsehdebatten veranstaltet, wo soviel heiße Luft produziert wird, dass man damit die Polkappen abschmelzen könnte. Die Republikaner und Demokraten haben so schon kaum unterschiedliches Profil, wie sollen sich die Kandidaten innerhalb einer Partei noch unterscheiden?
Wichtig bei einer Fernsehdebatte ist:

1. Man betont in jedem dritten Satz, dass man einen Wechsel will. I want change!(Es gibt nicht einmal einen republikanischen Kandidaten, der für die Fortführung der Bush-Politik steht ;)
Das Wort ist völlig überstrapaziert und es wird mittlerweile unterschieden zwischen Clinton-Change und Obama-Change.

2. Man kramt krümelkackerisch Abstimmungsdaten von vor 3 Jahren hervor, wo z.B. ein Gegner im Senat FÜR die Entsendung von Truppen in den Irak gestimmt hat, jetzt aber den Krieg verteufelt. (Da sind sich auch alle einig. Krieg ist schlecht.)

3. Man lacht über die Statements der anderen.

4. Man stellt sich wie ein Kindergartenkind hin, dass gelobt werden will und rasselt sämtliche tollen Dinge und auswendig gelernten Zahlen runter, die man als Senator, Govaneur etc. schon erreicht hat.

Die großen Nachrichtensender CNN, FOX und ABC etc. erstellen im Minutentakt Umfragen und Hochrechnungen, die sich täglich, durch die Umfragen der anderen Sendern beeinflusst, wieder ändern. Täglich werden Kandidaten versenkt und wieder ausgegraben, ohne das eine einzige Stimme abgegeben wurde.

Der große Wahnsinn ist ja aber, dass viele Staaten eigene Vorwahltermine haben. Die eigentliche Nominierung der beiden finalen Kanditaten durch die Delegierten findet erst August/September statt. Die Parteien in den einzelnen Staaten rutschen die Termine aber in Sucht um Geltung immer weiter vor. Die Vorwahlen finden jetzt von Anfang Januar bis irgenwann in den Juni statt. Die Wochen vor Weihnachten bis in den März hinein sind die Topkandidaten jetzt unterwegs und haben täglich einen Haufen Wahlkampfauftritte, Fernsehdebatten etc... die Nachrichtensendern sind ständig live dabei.
(Richtig, die Leute sind vom Beruf nicht Vollzeit-Kandidat....)

Anfang Februar ist der Super-Tuesday, dann wählen 20 Staaten auf einmal. Wer bis dahin das Handtuch noch nicht geschmissen, weiß spätestens dann Bescheid. Hoffentlich hört der Zirkus dann auf.
Letzte Woche war Iowa, heute New Hampshire. Bleiben nur noch 48 Staaten... ;)

Dienstag, 8. Januar 2008

Hoch und runter

Ich hab wettermäßig ein ziemlich ungewöhnliches Jahr erwischt.
Baden bei 30 Grad im Oktober.

Dann 2 Tage Schnee von Silvester bis zum 2.1.
30 Zentimeter blieben auf dem Boden liegen und Markus musste das Auto am Flughafen mit den Händen ausgraben. Wir sind noch 3 Tage mit Eispanzer und täglich frischen Eiszapfen durch die Gegend gefahren.
Dann kam die Kälte. Minus 20 Nachts, minus 15 tagsüber. Jetzt, eine halbe Woche später haben wir den zweiten Tag 16 Grad. Plus. Ich hab noch nie soviel Schnee so schnell wegschmelzen sehen. Jetzt kommt die Gewitterfront, Tornados inklusive. In Missouri hat es schon welche gegeben, eine Stunde von hier bei Kalamazoo auch. Tendenz näher kommend.
Mal gucken ob die Front auch noch etwas Nervenkitzel beschert.

Sonntag, 6. Januar 2008

Skymall - der Schwachsinn zum Kaufen

Im Flugzeug gibts neben Kotzbeutelchen etc. doch auch immer ein Katalog mit den absurdesten Produkten zu elitären Preisen, genannt Skymall. Bei American Airline kürzlich gab es so viel Zeugs, dass ich es mir nicht verkneifen kann eine Auswahl zu präsentieren:

Die Rampe für fette Hunde, die nicht mehr in den Kofferraum springen können, nur 150 Dollar.


Ein sprachgesteuertes R2D2-Replikat, dass einem hinterherläuft und fröhliche und traurige Piepsgeräusche machen: 120 Dollar.

Ferngesteuerter Golfball: 40 Dollar

Marshmellow-Kanone: 25 Dollar

Der Wecker, der beim Wecken wegfährt: 50 Dollar


CD-Duplikator (funktioniert ohne Computer - welch Neuheit!), nur 300 Dollar

Fischfinder (Sonar in der Armbanduhr): 140 Dollar

Star Wars Laserschwerter (leider nur Replikat.), je 120 Dollar

Replikat der Harry Potter Brille, nur 50 Dollar

Solar-Bibel (Audiogerät mit komplett aufgesprochender Bibel) 150 Dollar

Beheizter Fußabtreter: 130 Dollar

Nummerschildhalter mit digitaler Laufschrift: 60 Dollar

Freitag, 4. Januar 2008

Die deutsche Weihnachtsgurke (23.Dez.)

Ein Rückblick. Nachdem ich mit Maria für 2 Nächte in Chicago gestrandet war, haben wir natürlich das beste draus gemacht. Untergekommen waren wir in einem Days Inn, einem prototypischen Flughafenhotel: Baukastengebäude ohne Charme, Flughafenshuttle, direkt an der Autobahn, Doughnuts, Kaffe und O-Saft zum Frühstück und WLAN.

Das ganze sieht dann etwa so aus wie das Hotel, welches gleich nebenan stand:


Wir waren aber zufrieden, auch wenn der indische Shuttlefahrer innerhalb von Sekunden auf 180 war. Er sprach nur ein englisches Wort "Airline?". Mit dieser Information konnte er jeden Passagier am entsprechenden Terminal absetzten. Antwortete man aber mit einem anderem Wort als dem Namen einer Airline oder eventuell noch im ganzen Satz, verstand er nur Bahnhof und fragte gereizt nach: "Airline?"
Da Maria und ich nur zum Flughafen wollten um mit der Metro in Zentrum zu fahren, sagten wir erst "egal". Als sich die Situation zuspitzte, dachte Maria sich eine Airline aus, er war zufrieden und wir durften mitfahren.

Mit Shuttle, Umsteigen und Metro dauerte die Fahrt ins Zentrum ganze 2 Stunden. Dort fegte bei -10 Grad C ein starker eisiger Wind durch die Gegend und machte Chicago als Windy City alle Ehre.
Unser erstes Ziel war der Christkindlmarkt. Vom Hörensagen mir bereits bekannt, ist das ein nahezu komplett deutscher Weihnachtsmark mitten in Chicago. Plauener Spitze, Nürnberger und Pulsnitzer Lebkuchen, Holzspielzeug aus dem Erzgebirge. Kartoffelpuffer, Bratwurst mit Sauerkraut - und importiertem Glühwein (Nürnberger Christkindlmarkt)! Dabei ist dieses Getränk in den USA an sich völlig unbekannt .
Wir gönnten uns jeweils ein Tässchen für sieben (!) Dollar, wofür wir den Becher behalten durften und genossen ihn im windgeschütztem Bierzelt bei deutschen Weihnachtsliedern, die eine 4er (US)-Blaskapelle in bayrischer Tracht spielte.



Abgesehen von vielen deutschen Händlern und Waren fanden sich auch sonst viele Deutsche wieder. Nicht zu vergessen natürlich auch die Deutschtümelnden, also die Amerikaner mit 1/4 oder 1/8 deutschem Ursprungs, die ihre Tradition mit dem Besuch dieses Marktes Pflegen.

Auf jedenfall hatten wir viel Spaß. Abgerundet wurde das ganze in einem Laden für gläsernen Baumschmuck (aus Lauscha, Thüringen). Dort gab es sie, die Traditional German Christmas Pickle - die traditionelle deutsche Weihnachtsgurke. Gehört hatte ich schon davon, dass Amerikaner glauben, dass sich die deutschen eine gläserne Gurke an den Weihnachtsbaum hängen, aber jetzt stand ich vor dem Beweis. Ein deutscher Handwerksbetrieb fertigt mundgeblasene Glasgurken, und verkauft sie in den USA. Die deutsche Verkäuferin, original Thüringerin, erzählte uns, dass dies bei ihr in der Gegend tatsächlich so der Brauch sei und immerhin in der Gegend schon seit vielen Jahren Früchte aus Glas als Weihnachtsbaumschmuck hergstellt werden.



Nunja, da man bei uns sowas typisch Deutsches nicht zu kaufen bekommt, hab ich gleich mal eine gekauft, die sich hoffentlich nächstes Jahr bei uns am Weihnachtsbaum wiederfinden wird.
Ich hab auch noch mal ein bisschen recherchiert. Es gibt einen ganz interessanten Artikel hier bzw. auch einen Wikipedia-Eintrag.

Ich hab aber so das unterschwellige Gefühl, dass niemand so richtig wissen will, woher dieser Traditionsschwindel genau kommt, schließlich wollen die Lauschaer Glasbläserwerkstätten weiterhin Glasgemüse exportieren.

Übrigens, vermutlich ebenfalls exklusiv für den amerikanischen Markt als mundgeblasener Weihnachtsbaumschmuck erhältlich: Football, Golfball, Basketball, Baseball, ......

Lieber glücklich als gesund

Ein gesundes Neues wünsch ich meinen Blog-Lesern und beende hiermit die weihnachtspäusliche Nachrichtensperre. Da die Amerikaner ja Happy New Year wünschen und wie wir nicht so sehr viel Wert auf ein gesundes neues Jahr legen, hats mich auch gleich erwischt.
Mit Fieber in Chicago hab ich die 2007 unter Tabletteneinfluss verabschiedet und mit viel Husten die 2008 begrüßt. Maria ist leider schon wieder abgereist und ich kuriere mich zu Hause aus.

Was auch immer Ihr Euch vornehmt, ich wünsche dass es Euch gelingt. Wer noch keine Ideen hat, der findet vielleicht hier eine kleine Anregung (gefunden an einer Straßenecke in Jackson, MI)

Freitag, 28. Dezember 2007

Weihnachtsreiseverkehr (22.)

Der Plan: Ich fliege am 22. mit American Airlines nach Kansas City (via Chicago), Maria fliegt ebenfalls nach KC (via Chicago), mit United Airlines. Spätestens dort treffen wir uns 18:00 Uhr und nehmen den reservierten Mietwagen nach Kansas zu meinen Gastelten.

Samstag
6:00 Aufstehen,
6:30 Mein Mitbewohner fährt mich ins Zentrum zum Flughafenshuttle
7:00 Pünktlich gehts zum Flughafen nach Detroit. Der Bus ist komfortabel ausgestattet, kostet aber auch entsprechend: 25 Dollar für die 120km nach Detroit. Wasser, WLAN und Sicherheitsansagen inklusive. Das ist alles so idiotensicher, dass man als amerikanischer Erstbusfahrer (95% der Kunden?) gar nichts falsch machen kann.
9:20 Pünktlich da, noch anderthalb Stunden zum Flug. Einchecken kann ich am Selbstbedienungsterminal, indem ich meinen Pass durchscanne. 10 Minunten später hab ich die Sicherheitsschleuse passiert, Rekordzeit. Überall ist wenig los und alle sind relaxt. Ich sitze am Gate und freu mich auf Maria, die ich in Chicago hoffentlich treffen werde, bevor wir getrennt weiterfliegen.
10:45 Planmäßige Abflugszeit. In Chicago nebelt es, es wird nur auf zwei statt drei Bahnen gelandet. Wir stehen deswegen 50 Minunten in Detroit auf dem Rollfeld rum, kommen insgesamt eine Stunde verspätet an... alles noch easy, ich hab einen Flugplan mit üppigen Umsteigezeiten gebucht.
13:00 (und eine Stunde Zeitzonengewinn) Ich hab mir die Zeit vertrieben und bin durch den Flughafen spaziert. Weihnachten liegt in der Luft und viele Leute reisen mit Kind und Kegel nach Hause. Eine Stunde nach Marias Ankunft (12:00) finde ich mich an der Internationalen Ankunft ein und ruf sie an. Volltreffer, sie ist durch die Einreise und Zoll durch und kommt wenige Minunten später durchs Tor gelaufen. Glückliche Minunten folgen :)
Wir schlendern weiter durch die Flughafenstadt, Essen Mittag, gucken uns Fotos an und tauschen so die Kleinigkeiten der letzten viereinhalb Monate aus. Dabei kommen wir auch an einem Infostand der Flughafensicherung vorbei. Ein lustig weißes Band liegt über dem Mittleren Westen der USA, ein kleiner Sturm dazu macht die Sache kritisch. Regen gefriert und schlägt in Schnee um. Wir müssten mit Verspätungen rechnen, sagt uns ein seriöser Herr mit schwarzem Anzug.
Und er hat recht, mein Flug ist bereits um ne Stunden nach hinten verschoben. Ein Blick auf die Monitore sagt mir aber, dass mein Flug nicht der einzige ist.

16:00 Wir trennen uns wieder. Mein Flug ist nun für 16:30 geplant und geht aus Termial 3, Marias wenig später später von Terminal 1. Um die Monitoranzahl sinnvoll zu begrenzen, sind in jedem Terminal nur die Flüge für das jeweilige Terminal angezeigt. Ärgerlich daran ist, dass Maria meinen Flug und ich ihren nicht verfolgen kann.
Als ich am Flugsteig ankomme, ist es schon verdammt voll, da neben den Verspäteten auch die Passagiere der nachfolgenden Flüge dort warten. Das Ganze geht nach Flugsteigänderungen dann recht drunter und drüber und überall bilden sich lange Schlangen.

16:15 wird der Flug um 45 Minunte nach hinten verschoben. Das Flugzeug wäre noch nicht da. Gegen 16:45 neue Nachrichten: Das Wetter ist mittlerweile sehr schlecht in Kansas City, der Flug steht in Frage. Um 18:15 Uhr soll entschieden werden, ob überhaupt. (Bitte, bitte, nicht streichen lassen).
Ich mach mich auf den Weg zu Maria. Unsere Flugsteige sind nahezu maximal entfernt, der Fußmarsch dauert 15 stramme Minunten. Marias Flug ist auch verspätet. Wir fragen: Könnte Maria auf morgen umbuchen, wenn ich bleiben muss? Nein, freiwillige Änderungen gibts nicht.

17:45 Marias Flug fällt aus. Die Damen vom Flugsteig tauchen sofort ab und die Hundertschaften der Wartenden an den United Airlines Umbuchungsschalter, wo schon unzählige Gestrandete warteten. Wir marschieren aber sowieso erstmal zurück zu meinem Flugsteig.

18:00 Die Entscheidungszeit wird auf 19:15 verschoben. Im Wartebereich herschen flüchtlingslagerähnliche Zustände, der einzige Ort zum Sitzen ist der Marmorboden in der Mitte.
Mittlerweile wünschen wir uns, dass mein Flug auch ausfällt, sonst würden wir ja, gerade erst gesehen, an unterschiedlichen Orten stranden. Ich häng mich ans Handy und telefoniere eine knappe Stunden die Alternativen durch.
A: Mit dem Zug am Folgetag nach Kansas City... ausgebucht bis auf die teuren Kabinen. Mietwagen stornieren? Avis in Kansas City kann an meiner Buchung nichts ändern, da ich sie (weil preiswerter) über ein Internetportal in Deutschland getätigt habe. In Deutschland (Sonntag Nacht) geht natürlich keiner ran.
B: Mietauto nach Kansas City? 8 Stunden Nachtfahrt... ich bin totmüde, Maria schläft nach 24 Reisezeit im Stehen ein. Einwegmiete, dazu 100 Dollar Sprit, und überhaupt die Straßen sind wahrscheinlich in genau so einem üblen Zustand. Fällt auch aus.
C: Reise andersherum, also erst zu Marias Gasteltern, dann zu meinen? Umbuchungen, teurere Tickets... wird auch teuer.
D: Maria telefoniert ihre Chicagoer und Illinoiser Bekanntschaften durch - keiner da, kein Erfolg.
E: Hostel in Chicago? Ja, Zimmer noch frei, juhu. Anreise mit knapp 2 Stunden ÖPNV und drei Koffern. Notvariante.
Und überhaupt: Für wetterbedingt ausgefallene Flüge gibts keinen Hotelgutschein, keine Gutschrift, wenn man anders weiterreist.

19:15 Juhu, mein Flug fällt aus. Abgesehen davon haben wir noch keine Ahnung, wie es weitergeht. Anders als bei United bleiben die Mitarbeiter bei American am Abflugschalter und buchen fleißig um, ich musste kaum warten. Kein Problem, ich würde auf den nächsten freien Flug gebucht: in zwei Tagen, Montag den 24. Dezember. (Merry Christmas)



20:00 Nach Fußmarsch stehe ich mit Maria am United Umbuchungsschalter, dessen Schlange grob geschätzt 2 Wartestunden lang ist und sich quer durch den Gang zieht. Lächerliche 4 Schalterleute versuchen geschätzte Tausend Gestrandete individuell umzubuchen. Vor uns wartete eine ältere Dame auf dem Weg nach Australien. Ihr Zubringerflug war vor 2 Tagen schon einmal gestrichen worden, heute kam sie gerade mal bis nach Chicago.

Angestellte, die ständig durch die Reihen kamen und erste Hilfe leisteten verwiesen ständig auf die Buchungshotline, die wäre schneller als an der Schlange zu stehen. Nach langem Zögern (und warten) rief ich dann an und blieb nach 10 Minunten in irgendeiner Schleife hängen, wo man mir nicht einmal mehr gesagt hatte, dass das Netz "momentan" gerade überlastet sei und ich doch bitte dran bleiben sollte. Alternativ dazu suchte Maria sich einen wenig frequentierten Abflugschalter, wo sie innerhalb kürzester Zeit umgebucht wurde. Noch besser, sie konnte auch auf Montag umbuchen lassen.
Von den Erste-Hilfe-Leuten haben wir dann noch einen Gutschein aufgetrieben, wo man ein Hotel wenigstens preiswerter bekommt. Hotline anrufen, Hotel aussuchen, reservieren. 70 Dollar das Zimmer war das Angebot, ohne Frühstück. Ich frage nach dem preiswertestem mit Frühstück: 50 Dollar, aber 20 Minunten weit weg. Nachbohren lohnt eben immer.

21:00 Die Nacht ist gesichert, auf zum Kofferholen. Die nächste Überraschung: United rückt Marias Koffer nicht raus, obwohl sie ja unmöglich woanders als in Chicago sein könnten, immerhin kann sie aber ein Overnight-Kit herausschlagen, eine kleine Waschtasche mit Zanhbürste, Seife, Rasierer und Co.
Wieder Fußmarsch zu Terminal 1, dünne Bretter bohren. Wie erwartet rückt auch meine Fluggesellschaft die Koffer nicht raus. Erklärung keine. Das ist eben so. 2 Tage ohne Klamotten? Schicksal.
(Bei meiner USA-Einreise hatte ich vorsorglich alles für eine Übernachtung dabei, natürlich aber nicht für zwei einstündige Inlandsflüge...)

22:00 Wir rufen den kostenlosen Hotelshuttle, der leider gerade weg ist. 45 Minunten warten.

23:00 Juhu, WLAN im Hotel. Wir fallen ins Bett und schlafen ein.

Fazit? Ich war 16 Stunden unterwegs um die Strecke Lansing-Chicago zurückzulegen und dort für zwei weitere Tage festzuhängen. Für das Geld und die Zeit hätte ich gemütlich mit dem Auto fahren können, mir 2 neue CDs für die Fahrt kaufen können und richtig edel Mittagessen gehen können. Mit Maria!

Nie wieder Weihnachten fliegen...

Samstag, 22. Dezember 2007

Ich bin dann mal weg...

Liebe Blogleser, für ein paar Tage wird Ruhe in dieses Blog einkehren, da ich ein wenig durch die Gegend reise und in Gebiete vordringen werde, wo es noch kein Breitband-Internet gibt. Auf dem Rückweg wird Saint Louis und Chicago nochmal schnell mitgenommen, im neuen Jahr bin ich dann wieder online und dann gibts sicherlich auch einen Reisebericht.

Die Auflösung vom Rätselbild wurde übrigens von CK richtig getippt. Ein blind drive ist eine Straßeneinmündung, die man schwer einsehen kann, in diesem Falle direkt hinter der Mauer.

Am Mittwoch war ich übringens beim Basketball. Michigan State gehört ja in die BigTen Liga, ist also basketballmäßig eine der ganz großen Unis im Lande. Bei so einem Spiel ist natürlich alles dabei, was zu einem Großereignis dazugehört. Hymne, Maskottchen, Fernseh-Live-Übertragung, Cheerleader, Pizza und Hot Dog für unglaublich viel Geld sowie lange Staus beim Verlassen des Parkplatzes hinterher. Aber schon ziemlich cool.


Wie man sieht ist ganz schön was los der "Turnhalle". Wohlgemerkt, es ist universitärer Amateursport.

Ich habe auch nochmal ein Bild geschossen, wo man unseres tolles Michigan State University Maskottchen, den Sparty richtig gut sehen kann.... :)


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